Die Sendung der Jünger – wie Papst Franziskus sie sieht

In einer Predigt auf dem Weltjugendtag hat sich Papst Franziskus zur missionarischen Sendung geäußert. Ausschnitte aus dieser Ansprache sind hier dokumentiert:

„Geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern“ (vgl. Mt 28,19). …  Jesus beruft dich, Jünger in Mission zu sein! … Was sagt uns Jesus? Drei Worte: Geht – ohne Furcht – um zu dienen.

Geht. … Der Glaube ist eine Flamme, die immer lebendiger wird, je mehr man sie mit anderen teilt und sie weitergibt, damit alle Jesus Christus kennen lernen, lieben und bekennen können – ihn, den Herrn des Lebens und der Geschichte (vgl. Röm 10,9). Aber aufgepasst! Jesus hat nicht gesagt: Wenn ihr wollt, wenn ihr Zeit habt, dann geht, sondern er hat gesagt: „Geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern.“ Die Glaubenserfahrung zu teilen, den Glauben zu bezeugen, das Evangelium zu verkünden ist ein Auftrag, den der Herr der gesamten Kirche überträgt, auch dir… Wohin sendet Jesus uns? Da gibt es keine Grenzen, keine Beschränkungen: Er sendet uns zu allen. Das Evangelium ist für alle und nicht für einige. Es ist nicht nur für die, die uns näher, aufnahmefähiger, empfänglicher erscheinen. Es ist für alle. Fürchtet euch nicht, hinzugehen und Christus in jedes Milieu hineinzutragen, bis in die existenziellen Randgebiete, auch zu denen, die am fernsten, am gleichgültigsten erscheinen. … Der heilige Paulus sagt: „Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde!“ (1 Kor 9,16).

Ohne Furcht. Jemand könnte denken: „Ich habe keinerlei spezielle Vorkenntnisse, wie kann ich gehen und das Evangelium verkünden?“ Lieber Freund, deine Angst unterscheidet sich kaum von der des Jeremia – von der wir gerade in der Lesung gehört haben – , als er von Gott zum Propheten berufen wurde. „Ach, mein Gott und Herr, ich kann doch nicht reden, ich bin ja noch so jung.“ Und Gott sagt auch zu euch, was er dem Jeremia geantwortet hat: „Fürchte dich nicht … denn ich bin mit dir, um dich zu retten (Jer 1,6.8). Er ist mit uns! … Jesus hat außerdem nicht gesagt: „Geh!“, sondern: „Geht!“ – wir sind gemeinsam gesandt. Liebe junge Freunde, spürt in dieser Mission die Begleitung der gesamten Kirche und auch die Gemeinschaft der Heiligen. Wenn wir die Herausforderungen gemeinsam angehen, dann sind wir stark, dann entdecken wir Reserven, deren wir uns nicht bewusst waren. Jesus hat die Apostel nicht berufen, auf dass sie auszögen, um isoliert zu leben; er hat sie berufen, eine Gruppe, eine Gemeinschaft zu bilden. …

um zu dienen. … Jesus lebt sein Leben ganz für die anderen. Es ist ein Leben des Dienens. Der heilige Paulus sagte in der Lesung, die wir eben gehört haben: „Ich habe mich für alle zum Sklaven gemacht, um möglichst viele zu gewinnen“ (1 Kor 9,19). Um Jesus zu verkünden, hat Paulus sich „für alle zum Sklaven“ gemacht. Evangelisieren bedeutet, persönlich die Liebe Gottes zu bezeugen, unsere Egoismen zu überwinden, zu dienen, indem wir uns beugen, um unseren Brüdern die Füße zu waschen, wie Jesus es getan hat.

Drei Worte: Geht, ohne Furcht, um zu dienen. Geht, ohne Furcht, um zu dienen. Wenn ihr diese drei Worte befolgt, werdet ihr erfahren: Wer evangelisiert, wird selbst evangelisiert und wer die Glaubensfreude weitergibt, empfängt mehr Freude. … Liebe junge Freunde: Jesus Christus rechnet mit euch! Die Kirche rechnet mit euch! Der Papst rechnet mit euch! Maria, die Mutter Jesu und unsere Mutter, möge euch stets mit ihrer zärtlichen Liebe begleiten: „Geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern!“ Amen.

Quelle: www.vatican.va

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