Das Bistum Münster gibt sich einen Pastoralplan: Echt gut

Er steht online, der neue Diözesanpastoralplan für das Bistum Münster. Am Freitag (1. März) wurde er offiziell von Münster Bischof Dr. Felix Genn unterschrieben und damit in Kraft gesetzt.Dieses Papier ist bemerkenswert. Der Plan formuliert vier zentrale Schwerpunkte:

  • die Einladung zum Glauben;
  • die Verbindung von Liturgie und Leben;
  • das Aufsuchen und Fördern der Fähigkeiten und Gaben aller;
  • die Vision einer dienende Kirche.

Der neue Diözesanpastoralplan

  • folgt dem Cardijn-schen sehen-urteilen-handeln;
  • er ermutigt zum inspirierenden Brückenbau zwischen den alten Worten der Heiligen Schrift und dem Leben von heute und bestärkt so im christlichen Glauben;
  • folgerichtig reflektiert er die ungeschminkte Situationsanalyse mit Hilfe eines Evangeliumstextes;
  • er stärkt das Apostolat aller, unabhängig davon ob sie zivil oder Soutane tragen;
  • er formuliert als eine Kernaufgabe ausdrücklich die ‚Option für die Armen‘;
  • er ermutigt dazu, die eigenen Kräfte auf Prioritäten hin zu bündeln und sich gleichzeitig von anderen Aktivitäten zu verabschieden.

Dieser Pastoralplan verlangt eine Positioneierung und Entscheidung, die manchen der gehoben-Mittelstands-orientierten Pfarrgemeinden ein deutliches Fragezeichen ins Stammbuch schreibt. Ihnen obliegt es, in den Folgemonaten lokale Pastoralpläne zu formulieren, mit denen die diözesanen Vorgaben auf die örtlichen Gegebenheiten hin konkretisiert werden.

Durchdekliniert versteht sich Kirche im Sinne des neuen Diözesanplans weder als Kirche der Mächtigen noch als Bewahrerin des Status-Quo, sondern als Mutmacherin der Ausgegrenzten, der Benachteiligten und der Entrechteten, in der Kirche wie in der Welt: Back to the roots. Gut so!

Okay: Es ist erst mal nur ein Plan. Den Worten müssen Taten folgen. Ich sehe gute Chancen dafür: Er ist eine verbindliche Vorgabe für die nächsten fünf Jahre. Und im Detail gibt es wenige, aber sehr konkrete Anregungen, die auch umsetzbar sind. Das lässt berechtigt hoffen, dass er in vielen Pfarrgemeinden zumindest in Teilen erlebbar wird.

Martin Wißmann

Dieser Beitrag wurde unter Kommentare abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.